Mein neuestes Stück:

Ein Schaltpult mit acht unabhängigen Tastern mit jeweils einer RGB-LED in einer Frontplatte aus Buche massiv.
Per WLAN und MQTT/s in die Heimautomatisierung integriert. Ich kann auf jeden Taster jede Funktion legen, die ich in meiner Heimautomatisierung ansteuern kann.
Für die die Bearbeitung der Frontplatte hab ich mir extra einen kleinen Frästisch in meine Werkplatte eingebaut 😉
Die LEDs sind zwei so WS2812-Strips, die man quasi als Meterware kaufen kann. Ich habe in die Frontplatte entsprechende Löcher gebohrt und gefräst, mit Heißkleber aufgefüllt und dann eben die LED-Strips (jeweils zwei Stücke mit je vier LEDs abgeschnitten) hinten drangepappt. Der Heißkleber ist damit sozusagen auch Lichtleiter. Das Material ist ja recht trüb, schwächt natürlich das LED-Licht erstmal ab (Nachteil) - die LEDs sind aber hell genug, geht bis kurz vor "jetzt blendet's aber!" 😉 - durch die Diffusion aber gerade bei Mischfarben wiederum ein Vorteil. Am Ende funzt es besser, als ich mir erhofft habe 🙂
Lediglich der Prisma-Effekt von den Aschenbecherböden vor meinen Augen nervt 🤓 - wenn ich aus dem Augenwinkel durch meine Brille auf eine lila RGB-LED blicke, sehe ich eine rote und eine blaue LED deutlich voneinander getrennt.
Aber dafür kann auch der Heißkleber nix 😉
Die Taster sind an einem MCP23017-Chip angelötet, das ist ein 16-fach I/O-Chip mit I²C-Bus - ich könnte das Pult also mit gleicher Elektronik auf bis zu 16 Taster erweitern. Dadurch dass die Taster alle einzeln mit dem Chip verbunden sind, sind alle acht Tasten komplett unabhängig voneinander. Ich kann auch mehrere Tasten gleichzeitig drücken - funktioniert dann trotzdem genau wie man es erwartet.
Die LEDs, naja WS2812 eben - bei mir inzwischen Standard. Bis zu 1023 einzeln ansteuerbare RGB-LEDs an einer einzigen Steuerleitung - einfachst denkbare Verkabelung für viele, individuell ansteuerbare LEDs, die in allen möglichen Farben leuchten können (außer schwarz halt - das leuchtet net). Zumal sich unterschiedliche Bauformen (bsw. so ein LED-Strip, dahinter noch ein 8-fach Modul, dann noch ein Ring mit 60 LEDs und danach dann auch noch ein Hand voll einzelne LEDs) - am Ende bekommt jede LED eine Adresse von 0 aufsteigend in der Reihenfolge, in der sie an der einen Datenleitung hängen.
Das Ganze hab ich an einen ESP32-C3 SuperMicro (der vermutlich kleinste ESP32 auf einem Breakout-Board) drangelötet, als Firmware wieder eine selbst kompilierte Tasmota-Version (einzelne Taster an einem MCP23017 ist in den Default-Tasmota-Images, die man fertig herunterladen kann, leider nicht enthalten).
Tasmota bietet bei Tastern neben dem normalen, einfachen Tastendruck auch Ereignisse für langes Drücken jeder Taste, sowie "Doppelklick" bis hin zum "Fünffachklick". Theoretisch kann ich mit den acht Tastern also bis zu 48 unterschiedliche Ereignisse auslösen (mit 16 Tastern wären entsprechend 96 verschiedene Ereignisse denkbar). Aktuell sind nur vier Taster mit einem Einfachklick belegt: sie schalten die vier Steckdosen einer Shelly vierfach-Steckdosenleiste. Die Steckdosenleiste hat zwar für jede Steckdose einen Taster onboard, wenn man die Leiste allerdings versteckt unterm Schreibtisch verbauen will, ist das nicht wirklich praktisch - deswegen jetzt das Schaltpult. Die LEDs am Schaltpult könnte ich problemlos in unteschiedlichen Fraben leuchten lassen - abhängig davon, wieviel Strom die heweilge Steckdoes dahinter gerade verbraucht. Aber das Farbenspiel nervt am Ende nur - ein einfaches grünes Lichtchen für “an” ist mir dann doch genug.
Stromverbrauch des Schaltpults wie im Bild: 200 mW (0,2 Watt). Die LED ist rel. dunkel eingestellt und es leuchtet da auch nur eine. Wenn alle acht in weiß mit voller Helligkeit leuchten, steigt der Stromverbrauch auf satte 1,65 Watt.
Schon irgendwie pervers, bei den 200 mW mit einer rel. dunklen LED ist ja immerhin auch der 16-Port-I/O-Chip und der komplette ESP32 mit aktivem WLAN schon mit dabei - die brauchen ja auch Strom. Paar Status-LEDs dazu, zack - achtfacher Stromverbrauch.... Ja, ich weiß - ist Jammern auf hohem Niveau und ich hab hab ja 'ne PV-Anlage, ich krieg den Strom doch so günstig... (nein, meine PV-Anlage ist nicht von Enpal! 😛 ) 😉
Damit (und den Frästisch) habe ich jedenfalls die letzten drei Wochenenden verbracht. Und es war Entspannung für mich - mit Höhepunkt Schaltpult-Test: alle acht Taster funzen, alle acht LEDs leuchten 🌞
Drei wertvolle Wochenenden, damit ich mich zum Einschalten des Lötkolbens und der Labornetzteil nicht mehr unterm Schreibtisch bücken muss. Beides brauche ich eh nur, um weiter so "Spielzeug" zu basteln. "Faul, fauler, EDV'ler" oder einfach nur "Freak" - such' Dir was aus. Ich werd' trotzdem stolz drauf sein! 😀
Innenleben:
