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Greaseweazle ist ein Disketten-Imager. Man kann damit unter Verwendung von PC-Diskettenlaufwerken beinahe alle existierenden Diskettenformate einlesen und auch auf Disketten zurückschreiben.

Ich habe damit meine alten Amiga-Disketten mit einem Standard 1,44MB, 3,5" PC-Diskettenlaufwerk in Imagedateien verwandelt. Erstaunlich, wie viele Disketten - die sind immerhin um die 30 Jahre alt - ich mit der Lösung fehlerfrei auslesen konnte. Ich glaube, dass ich Disketten fehlerfrei auslesen konnte, die mein Amiga 500 in den 90ern nicht mehr komplett lesen konnte.

Nachdem ich auch noch alte 5 1/4" Disketten von meinem allersten Computer, einem Commodore C16 / Plus4 - für den ich seinerzeit gerne mal gehänselt wurde, es war nunmal kein C64 oder Schneider CPC 464 / 6128 ;-) - gefunden habe, habe ich auch diese versucht in Images zu kopieren.
Auch das funktionierte erstaunlich gut - jedoch mit einer deftigen Einschränkung: Seinerzeit konnte man die Disketten umdrehen und die Rückseite beschreiben - dafür gab es diese komischen Diskettenlocher, damit konnte man die erforderliche Kerbe in die Diskette stanzen, damit man auf der Rückseite auch was drauf schreiben konnte.
Bei den Commodore-Diskettenlaufwerken war die Kerbe vom Locher damals genug - PC-Laufwerke dagegen fragen in aller Regel das Index-Loch auf der 5,25"-Diskette ab - das ist ein kleines Loch nahe dem großen Loch in der Mitte der Diskette. Dafür gibt es leider keinen Locher. Dreht man in einem PC-5,25"-Floppy die Diskette um, erkennt das Laufwerk in den allermeisten Fällen gar nicht, dass ein Diskette eingelegt ist. Schuld ist das Index-Loch, das durch das Drehen der Diskette auf die Rückseite nicht mehr abgefragt werden kann.
HD-Floppy-Laufwerke besitzen zwar zwei Lese-/Schreibköpfe - allerdings sind diese physikalich versetzt angeordnet, so dass selbst Greaseweazel mit all seinen Optionen nicht auf die ersten vier Spuren einer C16 / C64-Disketten-Rückseite zugreifen kann. Zudem benötigt man ein bischen recht tricky Optionen - wer's wagen will: googelt bitte danach!
Am Ende hilft dann nur noch rohe Gewalt: Diskette vorsichtig aufschneiden, Scheibe herausnehmen, rumdrehen und wieder reinschieben. Legt man die Diskette nun ins Laufwerk, kann man so die Rückseite ebenfalls vollständig auslesen.

Greasewaezle basiert auf einer Hardware-Platine, die per USB an den PC angeschlossen wird. Dort meldet sie sich als einfache serielle Schnittstelle. Für die Verwendung der Software unter WIndows sind deshalb auch keine Admin-Berechtigungen erforderlich - die Software läuft ohne Installation über die Kommandozeile. Ein normaler USB-Port am PC genügt, um ein angeschlossenes 3,5"-Diskettenlaufwerk mit Strom zu versorgen. Bei 5,25"-Laufwerken klappt das nicht - die benötigen eine externe Stromversorgung! 8"-Laufwerke habe ich mangels Laufwerk udn Disketten nicht getestet. Und ganz ehrlich: so Lappen wie ne 8"-Diskette war mir als ganz kleiner Schobi schon immer suspekt.... :D

Mit der GreaseweazelGUI ist eine grafische Oberfläche verfügbar. Link siehe unten!

Schreibschutz:
Greaseweazel verfügt über einen optinalen Hardware-Schreibschutz - auf der Platine befindet sich ein Jumper, ist der nicht gesteckt, kann eine eingelegte Diskette nur gelesen werden.

Die Software dagegen erfordert mit --no-clobber einen explitien Parameter um beim Einlesen von Disketten zu Image-Dateien vorhandene Image-Dateien nicht kommentarlos zu überschreiben :D

Die Hilfe von Greaseweazle erreicht man mit dem Parameter --help. Also bsw. "gw --help" oder "gw read --help" oder "gw write --help".
Mehr als Read und Write habe ich nicht gebraucht.

Bitte auch unbedingt die Dokus mal anssehen:

Links:

GitHub - keirf/greaseweazle: Tools for accessing a floppy drive at the raw flux level · GitHub

https://github.com/keirf/greaseweazle/wiki/Getting-Started

GreaseweazleGUI | Desert Sage Solutions, LLC.